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Volz-Geschichte(n)



Die Geschichte von Volz-Reisen ist die Geschichte unseres Jahrhunderts und unserer Region.

Georg Volz war gerade mal 24 Jahre alt, als er 1928 beschloss, das elterliche Pferdefuhrwerk seinem Bruder zu überlassen und sich eine Limousine zuzulegen. Fortan zeigte er Kurgästen, die sich in Hirsau erholten, den Schwarzwald bei Rundfahrten und chauffierte Hochzeitspaare und kleine Gesellschaften. Bald war die Limousine zu klein, ein erster Bus wurde angeschafft. Zum Ausflugsverkehr kam ein erster Linienverkehr und auch zwei Fahrer wurden angestellt. So war Georg Volz schon ein gestandener Unternehmer als er 1938 seine künftige Ehefrau Klara - im Bus, wo sonst - kennenlernte. Sie kam selbst aus einem Geschäftshaushalt und packte tatkräftig mit an. Nach Kriegsende leitete sie den Wiederaufbau des noch Mitte April 1945 von einer Bombe getroffenen Wohnhauses der Familie ein. Weil Klara Volz fließend Französisch sprach, konnte sie sich so mit der Besatzungsmacht verständigen, dass die Familie nach der Rückkehr von Georg Volz aus der Lazarett-Gefangenschaft schon im Herbst 1945 wieder optimistisch in die Zukunft schaute. Belegen zur Währungsreform Mitte 1948 ist zu entnehmen, dass der Familienbetrieb bereits wieder über drei Busse verfügte. Als Abstellplatz und Halle für Reparaturen diente in der Nachkriegszeit auch die „Steinerne Scheuer“, die seit ihrer Restaurierung Mitte der 1950er Jahre als St. Aureliuskirche wieder zu den beeindruckendsten romanischen Bauwerke in Württemberg zählt.


Meilensteine in der Firmengeschichte sind die Aufnahme des Linienverkehrs nach Simmozheim und des Werksverkehrs zum Daimler-Benz-Werk im Jahr 1950. In den nachfolgenden Wirtschaftswunderjahren führte die erste Auslandreise eines Volz-Buses an den Zürichsee. Bereits 1953 gab es ein Jahresprogramm mit 11 ausgeschriebenen Reisen, schon 1962 wurde das Reisebüro Volz in der Calwer Innenstadt eröffnet. Ein Jahr später trat Eberhard Volz in den elterlichen Betrieb ein und führte ihn nach dem frühen Tod seines Vaters nahtlos weiter. 1968 ließ er am Ortsrand des historischen Zentrums von Hirsau einen Neubau errichten, der für damalige Verhältnisse großzügige Abstell- und Werkstattflächen und ein Mehrfamilienhaus mit Wohnungen für Mitarbeiter umfaßte. Dies erwies sich als weitsichtige Entscheidung, denn nach der Schließung vieler kleiner Dorfschulen wurden Schüler nun mit Linienbussen zum Unterricht in Schulzentren gebracht. Ganze Schülergenerationen sind seither mit den fröhlich gelb-grün lackierten Bussen aufgewachsen.

1974 heiratete Eberhard Volz die aus Calw stammende Gisela Lebzelter, die während ihres Studiums der Alten und Neuen Geschichte, Politikwissenschaften und Publizistik als freiberufliche Reiseleiterin für Volz-Reisen in Europa unterwegs war. Nach einem Promotionsstudium am St. Antony’s College in Oxford und mehreren Jahren wissenschaftlicher Arbeit an der Technischen Universität in Darmstadt entschied sich Dr. Gisela Volz 1983 für die Arbeit im Familienunternehmen ihres Mannes und übernahm zunächst die Verantwortung für das anspruchsvolle Reiseangebot, das deshalb schon Mitte der 1980er Jahre faszinierende Fernreisen nach Brasilien, in die damalige UdSSR, nach Peru und New York umfaßte.  Nach dem Tod von Klara Volz trat sie 1985 in die Geschäftsführung von Volz-Reisen ein.

Durch das Anwachsen des Volzschen Linienverkehrs platzte das Firmengelände Ende der 1980er aus allen Nähten und konnte nach dem Zukauf eines Nachbargrundstücks Anfang der 1990er Jahre deutlich erweitert werden. 1995 gehörte Volz-Reisen zu den Gründungsmitgliedern des Verkehrsverbunds Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw (VGC).

Seit dem frühen Tod ihres Mannes im Jahr 2001 führt Frau Dr. Volz die Geschäfte von Volz-Reisen allein und engagiert sich ehrenamtlich in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Bildung. Ende 1997 wurde sie zur Vorsitzenden des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer gewählt. Seit 1993 ist sie Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer, seit 2005 als Vizepräsidentin. Darüber hinaus war sie Vorsitzende des Bildungswerks der Omnibusunternehmer und engagiert sich unter anderem im Fremdenverkehrsausschuss der IHK Nordschwarzwald und im Vorstand der Volkshochschule Calw. 2008 verlieh das Land Baden-Württemberg  Dr. Gisela Volz die Wirtschaftsmedaille des Landes, 2014 würdigt der Gewerbeverein Calw ihr Wirken im Unternehmen und in der Region mit einem Calwer Löwen.